|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Quelle: FF Seewalchen |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Brände und Brandschäden
Brandgeschehen in Österreich In Österreich ereignen sich jährlich ca. 25.000 Brände, ungefähr die Hälfte davon verursachen nur Kleinschäden mit einer Brandschadenssumme von weniger als € 70,00. Insgesamt beträgt die Brandschadenssumme für ganz Österreich jedoch ca. € 220.000.000,00. Durch Brände erleiden jährlich zwischen 50 und 100 Personen den Tod, etwa 300 Personen tragen schwere Verletzungen davon.
Brandursachen Die Kenntnis der Brandursachen (Zündquelle) erleichtert das Einschätzen der Brandgefahren. 1. Blitzschlag und Feuer 2. Selbstentzündung 3. Wärmegeräte 4. Mechanische Energie 5. Elektrische Energie 6. Offenes Licht und Feuer 7. Behälter-Explosion 8. Kinderbrandstiftung 9. Sonstige Zündquellen 10. Unbekannte Zündquellen
Einsatztätigkeiten der österr. Feuerwehren In Österreich gibt es in fast jeder Gemeinde zumindest 1 Feuerwehr, insgesamt sind das mehr als 4.500 Freiwillige Feuerwehren, über 300 Betriebs- und 6 Berufsfeuerwehren. Auf Grund der sehr guten Ausrüstung der Feuerwehren, der vorbildlichen Ausbildung der Feuerwehrmänner und der raschen Alarmierung über Funk durch die Alarmzentrale, gelingt es fast immer, den Brand auf die Ausbruchsstelle oder zumind. auf das betroffene Objekt zu begrenzen.
Brennen und Löschen
Der Löscherfolg darf daher nicht dem Zufall überlassen werden, sondern muss sich auf ein
entsprechendes Wissen stützen. Der Verbrennungsvorgang beruht auf einer chemischen Reaktion, und zwar auf der chemischen Verbindung eines brennbaren Stoffes mit Sauerstoff. Der Vorgang wird als "Oxidation" bezeichnet, der Sauerstoff dazu wird im Allgemeinen der Luft entnommen. Feste, nicht schmelzende brennbare Stoffe verbrennen in Form von Glut, meist mit einem gleichzeitig ablaufenden Flammenbrand! Brennbare Gase und die Dämpfe brennbarer Flüssigkeiten verbrennen in Form von Flammen.
Voraussetzung für die Verbrennung: Für die Verbrennung müssen vorhanden sein: - ein brennbarer Stoff - Sauerstoff - Wärme (zum Erreichen der Zündtemperatur bzw. zum Halten der Verbrennungstemp.) - die Reaktionsbereitschaft, zB. das richtige Mengenverhältnis der brennbaren Gase und Dämpfe in der Luft Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, kommt es zur Verbrennung.
Im folgenden werden die einzelnen Begriffe näher erklärt:
Brennbarer Stoff: Nach ihrem Brennverhalten werden die brennbaren Stoffe in Brandklassen eingeteilt.
Neben der Einteilung in Brandklassen kann man brennbare Stoffe noch unterscheiden nach: - Entzündbarkeit (schwer-, normal-, leicht-, selbstentzündlich) - Brennbarkeit (schwer, normal, leicht) - Verbrennungswärme (Heizwert) - Verbrennungstemperatur
Sauerstoff: Sauerstoff ist ein farb-, geruch- und geschmacksloses Gas und ist zu 21 % in der Luft enthalten. Sauerstoff selbst ist nicht brennbar, ohne Sauerstoff ist aber keine Verbrennung möglich (Verbrennung = Verbindung mit Sauerstoff)
Wärme: Zündtemperatur Die Verbrennung wird durch die Zündung eingeleitet. Die Zündtemp. ist die niedrigste Temp., bei der ein brennbarer Stoff an der Luft ohne äußere Flammeneinwirkung zu brennen beginnt (zB. Papier ~ 185 °C).
Flammenpunkt brennbarer Flüssigkeiten Brennbare Flüssigkeiten brennen selbst nicht, sondern nur ihre Dämpfe. Der Flammpunkt einer brennbaren Flüssigkeit ist die niedrigste Temp. dieser Flüssigkeit, bei der sich ausreichend Dämpfe für ein entflammbares Dampf/Luft-Gemisch bilden (zB. Benzin ca. -30 °C, Dieselkraftstoff mind. 55 °C). Je niederer der Flammpunkt einer brennbaren Flüssigkeit ist, umso brandgefährlicher ist sie.
Richtiges Mengenverhältnis: Die Oxidation von brennbaren Gasen und Dämpfen ist stets nur in ganz bestimmten Mischungsverhältnissen zwischen Brennstoff und Luft möglich. Jeder Überschuss, ob Brennstoff oder Luft, wirkt hemmend auf die Reaktion. Je besser das optimale Mischungsverhältnis getroffen wird, desto rascher läuft die Verbrennung ab. Jenen Bereich, in dem eine Zündung von Gasen oder Dämpfen möglich ist, nennt man Zündbereich oder Explosionsbereich.
Löschmöglichkeiten:
Der Löschvorgang: Beim Löschvorgang ist mind. eine der Voraussetzungen für die Verbrennung zu unterbinden. Dies erfolgt entweder durch Aufbringen von Löschmittel, oder durch den Entzug des brennbaren Stoffes, zB. das Absperren der Gaszufuhr bei einer brennenden Gasleitung.
Die Löschmittel: Man unterscheidet: - Löschmittel mit kühlender Wirkung - Wasser = Entzug der Wärme - Löschmittel mit erstickender Wirkung - Schaum = Entzug des Luftsaustoffes - Löschmittel mit störender Wirkung - Pulver = Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit
Glut bekämpfe mit Wasser Flammen lösche mit Pulver Zum Abdecken verwende Schaum
- alle persönlichen Vorkehrungen zur Brandverhütung - alle baulichen und organisatorischen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung für den Fall eines Brandes - Sicherung der Fluchtwege und Notausgänge zum gefahrlosen Verlassen von Geäuden - Vorkehrungen für einen erfolgreichen Feuerwehreinsatz
Baulicher Brandschutz: Die wichtigsten und bekanntesten baulichen Brandschutzmaßnahmen sind: - Abstände schaffen und einhalten - Brandabschnitte bilden durch brandbeständige Umfassungswände und Decken, Brandschutztüren, Brandschutzklappen, Brandschutzschottungen - Fluchtwege und Notausgänge vorsehen, die auch bei Brandeinwirkung benützbar bleiben - Feuerstätten und Kamine brandsicher herstellen und erhalten - brandgesicherte Brennstofflager - ordnungsgemäß errichtete und geprüfte Elektroanlagen - Blitzschutz
Brandgefahren im Wohnbereich: Öfen und Herde Das unsachgemäße Aufstellen von Öfen, Herden und sonst. Feuerstätten ist eine häufige und meist unerkannte Gefahrenquelle. - Keine brennbaren Gegenstände im Umkreis von einem halben Meter - Ofenschirm verwenden - Rauchfangkehrer zu Rate ziehen
Heizperiode Vor Beginn der Heizperiode Feuerstätten und Rauchfänge durch den Rauchfangkehrer überprüfen und bei Bedarf instand setzen lassen. Besondere Vorsicht ist nach Um- und Neueinbauten geboten.
Asche Ausgeräumte Asche kann bis zu 24 Stunden zündfähig sein und darf daher niemals in brennbaren Behältern (Pappkartons, Kunststoffeimern, -mülltonnen) entsorgt werden. Asche darf nur in Metallmülltonnen entleert werden, die im Freien stehen.
Brennbare Abfälle Die Zwischenlagerung von brennbaren Abfällen (Putzlappen, ölgetränktes Putzpapier, uä.) ist nur im Freien und in verschließbaren Metallbehältern zulässig.
Küchendunstabzüge Dei Filter von Küchendunstabzügen sind regelmäßig zu reinigen oder auszutauschen. Ausgewechselte Filter sind leicht brennbare Abfälle!
Heißes Fett Überhitztes Fett kann zur Selbstentzündung führen. Fettbrände sind die häufigste Ursache für Küchenbrände!
Brennendes Fett keinesfalls mit Wasser löschen, sondern immer abdecken!
Auch kein tropfnasses Bratgut in heisses Fett einbringen, da durch das ausspritzende Öl Brandgefahr entsteht. Frittiergeräte sind zwar mit einem Thermostat ausgerüstet, dürfen aber trotzdem nicht unbeaufsichtigt betrieben werden. Altes Fett ist leichter entzündbar als frisches, daher erhöht ein öfterer Fettwechsel die Brandsicherheit.
Aufstellen von Wärmegeräten Kochplatten, Kaffeemaschinen, Teewassererhitzer uä. sind immer auf unbrennbarer Unterlage aufzustellen und sollen mind. 1/2 m Abstand zu brennbaren Materialien haben. Heizspiralen von Tauchsiedern müssen immer von Flüssigkeit umgeben sein.
Bügeleisen Bügeleisen dürfen nicht "vergessen" werden.
Fernsehgeräte, Videorekorder Eingeschaltete Fernsehgeräte und Videorekorder geben Wärme ab, die abgeführt werden muss. Werden solche Geräte in einem Schrank oder Wandverbau eingebaut, muss für ausreichende Belüftung gesorgt werden. Zwischen den Wänden und dem Gerät muss seitlich und nach oben mind. 10 cm Abstand sein.
Lagerung auf Dachböden Auf Dachböden dürfen keine leicht brennbaren Materialien, ausgenommen Erntegüter, und auch keine brennbaren Flüssigkeiten gelagert werden. Rauchfänge und Dachfenster sind von jeder Lagerung freizuhalten. Alle Bereiche des Dachbodens müssen leicht zugänglich sein.
Brandgefahren in der Landwirtschaft:
Abstellung von Kraftfahrzeugen Kraftfahrzeuge dürfen in der Scheune nicht abgestellt werden. Funkenflug, ein heißer Auspuff, aber auch ein Kurzschluss in der elektrischen Anlage führen rasch und unerwartete zur Zündung der eingelagerten, leicht brennbaren Güter.
Heustockbrand Feucht eingebrachtes Heu kann zur Selbstentzündung führen. Die der Selbstentzündung vorausgehende Erwärmung ist unter Umständen durch seltsamen Geruch, Schwitzwasserbildung oder auch Einbuchtungen in der Heustockmitte zu erkennen. Messen Sie daher regelmäßig in den ersten 6 Wochen die Temperatur im Heustock mit einer Heusonde. Wird im Heustock eine Temp. von 70 °C oder darüber gemessen, besteht akute Selbstentzündungsgefahr! |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||